Axomera Therapie: Was Patienten vor der Behandlung wissen sollten

Arzt untersucht Patienten vor einer möglichen Axomera Therapie

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn anhaltende Beschwerden des Bewegungsapparates den Alltag einschränken und konservative Standardansätze an ihre Grenzen stoßen? Viele Betroffene suchen in dieser Situation nach schonenden, nicht-operativen Verfahren zur ergänzenden Unterstützung. Die Axomera Therapie rückt in diesem Zusammenhang zunehmend in den Fokus moderner Behandlungskonzepte. Als bioelektrische Stimulationsmethode zielt sie darauf ab, körpereigene Regulationsprozesse im Gewebe anzuregen. Ob die Axomera Therapie für das jeweilige Krankheitsbild tatsächlich infrage kommt, lässt sich jedoch nur auf Basis einer fundierten medizinischen Diagnose beurteilen. Eine differenzierte Betrachtung von Chancen, Grenzen und wissenschaftlicher Datenlage ist vor einer Therapieentscheidung unerlässlich.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist die Axomera Therapie?

Die Axomera Therapie ist ein Verfahren der perkutanen bioelektrischen Stromstimulation (Percutaneous Bioelectric Current Stimulation, PBCS). Über feine Sonden werden definierte Gleichstromfelder im Behandlungsareal appliziert. Bei Axomera® handelt es sich um ein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt der Klasse IIa nach der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745). Die CE-Kennzeichnung bestätigt die Konformität des Produkts mit den regulatorischen Anforderungen; sie stellt keinen Nachweis einer klinischen Wirksamkeit für einzelne Erkrankungen dar. Die Methode versteht sich nicht als universelles Heilmittel, sondern als ein möglicher Baustein innerhalb eines multimodalen, konservativen Therapiekonzepts. Ob und in welchem Umfang ein Gewebe auf diese Reize anspricht, hängt maßgeblich von den individuellen Voraussetzungen und dem jeweiligen Schädigungsgrad ab.

Merkmal

Axomera Therapie im Überblick

Therapieform

Perkutane bioelektrische Stromsimulation (PBCS); CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt Klasse IIa

Einsatzbereich

Ausgewählte chronische oder funktionelle Schmerzzustände

Behandlungsstatus

Ergänzendes, privatärztliches Therapieverfahren

Abrechnung

GOÄ (Selbstzahlerleistung / PKV-Einzelfallentscheidung)

Behandlungsziel

Mögliche Unterstützung körpereigener Regulationsprozesse

Wie soll das Wirkprinzip von Axomera funktionieren?

Das theoretische Fundament der Methode beruht auf der Erkenntnis, dass biologische Zellen und Gewebeschichten über natürliche elektrische Ladungsträger und Membranpotenziale verfügen. Durch entzündliche Prozesse, Verletzungen oder chronische Reizungen kann sich dieses physiologische Milieu lokal verändern. Die Axomera Therapie setzt an dieser Stelle an, indem künstlich erzeugte, schwache bioelektrische Felder an das betroffene Areal abgegeben werden. Ziel dieser gezielten Feldstimulation ist es, zelluläre Transport- und Regenerationsprozesse zu beeinflussen sowie Reizleitungen zu modulieren. Für elektrische Felder sind verschiedene biologische Effekte in mechanistischen Untersuchungen sowie Tier- und In-vitro-Modellen beschrieben. In welchem Umfang sich daraus ein klinisch relevanter therapeutischer Nutzen bei den einzelnen mit Axomera behandelten Beschwerdebildern ableiten lässt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt

Bei welchen Beschwerden kann Axomera infrage kommen?

In der orthopädischen und sportmedizinischen Praxis wird das Verfahren primär als ergänzende Option bei Funktionsstörungen und Reizzuständen erörtert. Die Eignung muss stets individuell und abhängig von der genauen Schmerzursache geprüft werden. Eine pauschale Anwendung bei jedwedem Schmerzzustand entspricht keinem medizinischen Standard. Typische Beschwerdefelder umfassen vor allem Sehnen, muskuläre Dysbalancen sowie degenerative Gelenkveränderungen. Der Hersteller nennt als Anwendungsgebiete unter anderem muskuloskelettale Beschwerden, neuropathische Schmerzen sowie Anwendungen im Zusammenhang mit Wund- und Geweberegeneration. Die folgende Differenzierung veranschaulicht, in welchen Teilbereichen die Methode diskutiert wird. Die Nennung eines Anwendungsgebietes bedeutet nicht, dass die klinische Wirksamkeit der Axomera-Therapie für diese Indikation durch randomisierte kontrollierte Studien nachgewiesen ist oder dass das Verfahren im individuellen Fall geeignet ist.

Infografik zu möglichen Anwendungsbereichen der Axomera-Therapie, darunter Rücken, Gelenke, Sehnen, Fuß, Schmerzsyndrome und Kopfbereich.
Die Darstellung dient der allgemeinen Orientierung. Ob Wärme oder Kälte geeignet ist, hängt von Ursache, Befund, Krankheitsphase und individuellen Faktoren ab.

Wissenschaftliche Einordnung

Axomera® ist ein vergleichsweise neues Therapieverfahren. Nach Angaben des Herstellers liegt derzeit für keine Indikation ein Nachweis der klinischen Wirksamkeit durch abgeschlossene randomisierte kontrollierte Studien (RCT) nach den Standards der evidenzbasierten Medizin vor. Beschriebene Wirkmechanismen beruhen unter anderem auf mechanistischen Untersuchungen sowie Tier- und In-vitro-Modellen.

Axomera bei Beschwerden des Bewegungsapparates

Funktionelle Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, muskuläre Triggerpunkte oder Überlastungszustände der Schulter- und Nackenregion stellen häufige Beratungsanlässe dar. Bei solchen Beschwerden wird das Verfahren gelegentlich herangezogen, um neuromuskuläre Reizkreisläufe zu beeinflussen. Oftmals liegen den Beschwerden komplexe Fehlhaltungen, muskuläre Verkürzungen oder degenerative Veränderungen kleiner Wirbelgelenke zugrunde. Vor einem Behandlungsversuch muss sichergestellt werden, dass keine radikulären Ausfälle oder operationsbedürftigen Bandscheibenvorfälle vorliegen. Die Methode kann in geeigneten Fällen als unterstützende Komponente begleitend zu physiotherapeutischen Übungen eingesetzt werden. Als theoretischer Wirkansatz wird eine Beeinflussung der lokalen Gewebespannung und der Reizverarbeitung in chronifizierten Schmerzarealen angenommen. Ob dieses Ziel im Einzelfall erreicht wird, ist nicht durch klinische Studien belegt.

Axomera bei Arthrose und Gelenkbeschwerden

Bei Gelenkverschleiß an Knie, Hüfte oder Fingergelenken suchen viele Betroffene nach Möglichkeiten, operative Schritte hinauszuzögern. Im Rahmen der Arthrosetherapie kann eine bioelektrische Stimulation theoretisch dazu beitragen, lokale Reizzustände des periartikulären Weichgewebes zu dämpfen. Strukturell verloren gegangenen Gelenkknorpel kann das Verfahren jedoch nach aktuellem medizinischem Kenntnisstand nicht wiederherstellen oder neu aufbauen. Ein denkbarer Einsatzbereich liegt in der begleitenden Behandlung symptomatischer Reizzustände oder muskulärer Begleitbeschwerden rund um das betroffene Gelenk; ein klinischer Nutzen ist hierfür nicht durch kontrollierte Studien belegt. Ob eine solche Maßnahme sinnvoll ist, hängt entscheidend vom radiologischen Stadium der Arthrose und dem individuellen Leidensdruck ab. Bei fortgeschrittenen Knochen-auf-Knochen-Situationen geraten konservative Reizstromansätze erfahrungsgemäß an deutliche Grenzen.

Axomera bei Sehnen- und Sportbeschwerden

Reizzustände von Sehnenansätzen, etwa an der Achillessehne, der Patellasehne oder im Bereich des Ellenbogens, erweisen sich im Alltag oft als besonders hartnäckig. Solche Überlastungsschäden im Breiten- wie auch Leistungssport gehen häufig mit einer gestörten Mikrozirkulation und chronischer Degeneration des Sehnengewebes einher. Als mechanistische Annahme wird diskutiert, dass die Stimulation den lokalen Gewebestoffwechsel beeinflussen und so einen Wiederaufbau der Belastbarkeit unterstützen könnte. Ein klinischer Wirksamkeitsnachweis für Sehnenbeschwerden liegt nach Herstellerangaben nicht vor. Voraussetzung für den Einsatz ist stets eine präzise Ultraschall- oder MRT-Diagnostik, um strukturelle Teilrupturen der Sehne verlässlich auszuschließen. Ergänzend muss parallel immer das Belastungsprofil der sportlichen Aktivität angepasst und muskuläre Dysbalancen gezielt korrigiert werden. Eine isolierte Stimulation ohne begleitende Entlastung und funktionelles Training entspricht nicht dem Behandlungskonzept der Praxis.

Axomera bei Kopfschmerzen und kranialen Beschwerden

Wiederkehrende Kopfschmerzformen wie Spannungskopfschmerzen, zervikogene Kopfschmerzen oder Migräne stellen ein weiteres Feld dar, in dem bioelektrische Stimulationsverfahren wie Axomera erörtert werden. Das Verfahren zielt in diesem sensiblen Bereich darauf ab, neuromuskuläre Spannungszustände im Übergang von Nacken zur Schädelbasis zu modulieren und Reizweiterleitungen peripherer Nervenbahnen zu beeinflussen. Insbesondere bei funktionellen Beschwerden, die eng mit myofaszialen Triggerpunkten der Halswirbelsäule verknüpft sind, wird die perkutane Feldstimulation gelegentlich als ergänzender Baustein herangezogen. Vor jedem Behandlungsversuch ist eine gründliche neurologische Differenzialdiagnostik unerlässlich, um sekundäre Kopfschmerzursachen wie Gefäßerkrankungen oder Raumforderungen sicher auszuschließen. Die wissenschaftliche Evidenz zur bioelektrischen Stimulation bei kranialen Schmerzsyndromen gilt jedoch weiterhin als begrenzt, weshalb das Verfahren nicht als primäre Standardtherapie verstanden werden sollte. Ein realistischer Behandlungsansatz setzt daher stets auf eine Kombination mit bewährten multimodalen Konzepten, Stressreduktion sowie physiotherapeutischen Maßnahmen zur Entlastung.

Wie läuft eine Axomera Behandlung ab?

Jeder Anwendung geht eine fachärztliche Untersuchung voraus. Vor der Anwendung werden mögliche Kontraindikationen und individuelle Risikofaktoren ärztlich geprüft. Der Hersteller nennt insbesondere aktive elektronische Implantate (z. B. Herzschrittmacher oder ICD), Schwangerschaft, akute Infektionen im Behandlungsareal sowie maligne Tumoren im Behandlungsareal. Im Behandlungsraum nimmt die betroffene Person eine bequeme Lagerung ein, woraufhin die Haut im Zielareal sorgfältig desinfiziert wird. Anschließend führt der behandelnde Arzt hauchdünne Stimulationssonden präzise in die anatomisch definierten Zielstrukturen ein. Die eigentliche Anwendung dauert nach Herstellerangaben etwa 30 Minuten. Das Gerät appliziert dabei ein individuell eingestelltes Gleichstromfeld. Nach Abschluss der Sitzung werden die Sonden schmerzarm entfernt und das behandelte Areal kurz nachkontrolliert.

Ablauf Axomera Behandlung

  1. Eingehende Voruntersuchung: Überprüfung der Indikation, Bildgebung und Prüfung möglicher Kontraindikationen und Risikofaktoren.
  2. Gezielte Positionierung: Hautdesinfektion und behutsames Einbringen der feinen Sonden in das Zielgewebe.
  3. Bioelektrische Stimulation: Anschließen des Steuergeräts und Applikation eines individuell eingestellten Gleichstromfelds, nach Herstellerangaben etwa 30 Minuten.
  4. Entfernung & Nachruhe: Entnahme der Sonden, kurze Ruhephase und Dokumentation eventueller Gewebereaktionen.
  5. Verlaufskontrolle: Bewertung der Symptomreaktion und Festlegung eventuell nachfolgender Termine.

Was kostet eine Axomera Therapie?

Die Axomera-Therapie wird privatärztlich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten pro Sitzung richten sich nach dem tatsächlichen individuellen Aufwand; pauschale Festpreise sind aus berufsrechtlichen Gründen nicht zulässig. Nach Herstellerangaben umfasst eine Behandlungsserie häufig mehrere Anwendungen. Der konkrete Behandlungsumfang wird individuell anhand von Beschwerdebild und Verlauf festgelegt. Vor Behandlungsbeginn erhalten Patienten auf Wunsch einen individuellen Kostenvoranschlag.

Übernimmt die Krankenkasse die Axomera Therapie?

Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung erfolgt nach Herstellerangaben nicht. Das Verfahren gehört nicht zum Leistungskatalog des Gemeinsamen Bundesausschusses. Gesetzlich Versicherte tragen die Kosten als Selbstzahler. Privat Versicherte und Beihilfeberechtigte können die Rechnung bei ihrem Kostenträger einreichen. Ob und in welcher Höhe eine Erstattung erfolgt, hängt von den individuellen Vertrags- und Tarifbedingungen ab und kann nicht zugesichert werden. Eine vorherige Klärung mit dem Kostenträger ist empfehlenswert.

Welche Nebenwirkungen oder Reaktionen sind möglich?

Nach Herstellerangaben können unter anderem leichte Hautreizungen im Behandlungsbereich, vorübergehende Sensibilitätsänderungen oder eine kurzfristige Verstärkung der Beschwerden auftreten. Da die Sonden die Hautbarriere durchdringen, sind darüber hinaus lokale Reaktionen an den Einstichstellen wie Rötungen, Druckempfindlichkeit oder kleine Blutergüsse möglich. Wie bei jeder Maßnahme mit Durchdringung der Haut besteht ein Restrisiko für lokale Infektionen, dem durch sterile Arbeitsweise begegnet wird. Während der Anwendung kann ein Kribbeln oder eine vorübergehende muskuläre Reaktion wahrgenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen und Reaktionen (nach Herstellerangaben und allgemeinen Erfahrungen mit perkutanen Verfahren):

  • Leichte Hautreizungen im Behandlungsbereich
  • Vorübergehende Sensibilitätsänderungen
  • Kurzfristige Verstärkung der bestehenden Beschwerden
  • Rötungen, Druckempfindlichkeit oder kleine Hämatome an den Einstichstellen
  • Lokale Infektion als Restrisiko invasiver Maßnahmen

Kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen?

Nach der Anwendung kann es vorübergehend zu einer Verstärkung bestehender Beschwerden kommen. Eine solche Verschlechterung sollte nicht automatisch als Zeichen einer therapeutischen Wirkung interpretiert werden. Bei ausgeprägten, ungewöhnlichen oder anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Beurteilung erforderlich.

Kritik an der Axomera Therapie: Was sollte man realistisch einordnen?

Kritische Stimmen aus der evidenzbasierten Medizin weisen darauf hin, dass es für das Verfahren noch an groß angelegten, doppelblinden randomisierten Studien mangelt. Die bislang verfügbaren Daten stammen überwiegend aus mechanistischen Untersuchungen, Tier- und In-vitro-Modellen sowie Anwendungsbeobachtungen; abgeschlossene randomisierte kontrollierte Studien liegen nach Herstellerangaben für keine Indikation vor. Aus diesem Grund sehen Fachgesellschaften das Verfahren bisher nicht als obligaten Bestandteil allgemeiner medizinischer Leitlinien an. Zudem besteht die Gefahr, dass Patienten durch werbliche Aussagen im Internet unrealistische Heilerwartungen entwickeln. Ein seriöser medizinischer Ansatz zeichnet sich daher dadurch aus, Grenzen transparent zu benennen und das Verfahren nicht als Universallösung darzustellen.

Axomera Erfahrungen: Warum Erfahrungsberichte nur begrenzt helfen

Subjektive Erfahrungsberichte im Internet zeichnen oft ein unvollständiges und teils verzerrtes Bild eines Behandlungsverlaufs. Jeder Mensch weist eine einzigartige anatomische Ausgangslage, ein individuelles Schmerzgedächtnis und unterschiedliche Begleiterkrankungen auf. Was bei einem Patienten zu einer spürbaren Erleichterung beiträgt, kann bei einer anderen Person völlig wirkungslos bleiben. Zudem spielen bei Schmerzerfahrungen auch psychologische Faktoren und Placeboeffekte eine erhebliche Rolle. Für Betroffene ist daher eine objektive klinische Befunderhebung weitaus wertvoller als unüberprüfbare Online-Bewertungen.

Axomera, Stoßwelle, EMTT, ACP oder Hyaluron: Was ist der Unterschied?

In der modernen konservativen Orthopädie stehen verschiedene, teils apparative Ansätze zur Verfügung, die sich in ihren physikalischen Wirkprinzipien grundlegend unterscheiden. Während Axomera mit perkutanen bioelektrischen Strömen arbeitet, nutzt die Stoßwellentherapie hochenergetische akustische Schallwellen zur mechanischen Gewebestimulation. Die extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT) hingegen appliziert starke elektromagnetische Wechselfelder gänzlich berührungslos von außen. Die ACP-Therapie setzt auf konzentrierte körpereigene Wachstumsfaktoren aus dem patienteneigenen Blutplasma, während eine Hyaluronspritze bei Kniebeschwerden primär die viskoelastische Schmierfunktion der Gelenkflüssigkeit unterstützt. Ein ganzheitliches Schmerzmanagement kombiniert diese Verfahren je nach individueller Indikation.

Verfahren

Physikalisches / Biologisches Prinzip

Typische Zielstrukturen

Invasivität

Axomera

Bioelektrische Gleichstromfelder

Sehnen, Faszien, Nervenareale

Minimalinvasiv (Sonden)

Stoßwelle

Akustische Druckwellen (mechanisch)

Sehnenansätze, Fersensporn, Kalkschulter

Nicht-invasiv

EMTT

Hochfrequente Magnetfelder

Gelenke, Knochen, Weichteile

Nicht-invasiv (kontaktlos)

ACP (PRP)

Körpereigene Wachstumsfaktoren (Autologes Plasma)

Knorpelflächen, chronische Sehnenleiden

Invasiv (Injektion)

Hyaluronsäure

Viskositätsverbesserung der Synovia

Degenerative Gelenke (Knie, Schulter)

Invasiv (intraartikulär)

 

Aus der Gegenüberstellung lässt sich keine allgemeine Überlegenheit oder Empfehlung für eines der Verfahren ableiten. Welche Therapie im individuellen Fall erwogen werden kann, hängt unter anderem von Diagnose, Befund, Evidenzlage, möglichen Alternativen und individuellen Faktoren ab.

Wann sollte man Beschwerden zuerst ärztlich abklären lassen?

Kein apparatives Verfahren sollte angewendet werden, bevor die genaue Ursache von Schmerzen nicht zweifelsfrei geklärt ist. Plötzliche Veränderungen, starke Schwellungen oder Ruheschmerzen bedürfen immer einer unverzüglichen ärztlichen Diagnostik. Das Übergehen neurologischer Defizite oder entzündlicher Systemerkrankungen kann zu irreparablen Folgeschäden führen. Eine fundierte Diagnostik umfasst stets die klinische Untersuchung, Funktionsprüfungen und geeignete bildgebende Verfahren wie Sonografie, Röntgen oder MRT. Erst wenn ein klares morphologisches Bild vorliegt, lässt sich ein zielgerichteter und sicherer Therapieplan erstellen.

  • Akut einsetzende Lähmungen, Gangunsicherheiten oder plötzliche Gefühlsstörungen (Taubheitsgefühl)
  • Unfälle, Stürze oder Verdacht auf Frakturen und Sehnenrisse
  • Begleitendes Fieber, Schüttelfrost oder systemisches Krankheitsgefühl
  • Überwärmte, stark gerötete und plötzlich prall geschwollene Gelenke
  • Kontrollverlust über Blasen- oder Mastdarmfunktion (akuter Notfall)

Fazit: Axomera als mögliche Ergänzung, nicht als pauschale Lösung

Die Axomera Therapie stellt einen interessanten bioelektrischen Ansatz dar, der bei chronischen und funktionellen Schmerzbildern unterstützend erwogen werden kann. Sie ersetzt jedoch weder eine fundierte ärztliche Diagnose noch notwendige physiotherapeutische oder lebensstilbezogene Anpassungen. Da belastbare wissenschaftliche Großstudien bislang fehlen, sollte der Behandlungsansatz stets mit einer realistischen Erwartungshaltung verknüpft sein. Die Auswahl des am besten geeigneten Verfahrens muss immer exakt auf das individuelle Beschwerdebild abgestimmt werden. Eine sorgfältige ärztliche Beratung bildet die unverzichtbare Grundlage für jede verantwortungsvolle Therapieentscheidung.

Bei individuellen Fragestellungen kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Axomera Therapie?

Die Axomera Therapie ist ein minimalinvasives medizinisches Behandlungsverfahren, bei dem feine elektrische Sonden gezielt im Gewebe platziert werden. Über diese Sonden werden gesteuerte bioelektrische Gleichstromfelder abgegeben. Ziel der Methode ist es, körpereigene biologische Regulationsprozesse zu unterstützen und lokale Reizzustände zu modulieren. Die Eignung des Verfahrens muss stets vorab individuell ärztlich geprüft werden.

Das Verfahren wird vor allem bei ausgewählten Beschwerden des Bewegungsapparates, wiederkehrenden Sehnenreizungen, chronifizierten funktionellen Schmerzzuständen und begleitend bei Gelenkverschleiß diskutiert. Eine pauschale Anwendung ist medizinisch jedoch nicht angezeigt. Vor Behandlungsbeginn erfolgt eine fachärztliche Untersuchung, in der mögliche Ursachen, relevante Differenzialdiagnosen und Kontraindikationen berücksichtigt und gegebenenfalls weiterführende Diagnostik eingeleitet wird.

Die Axomera-Therapie wird privatärztlich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach dem individuellen Aufwand. Nach Herstellerangaben umfasst eine Behandlungsserie häufig mehrere Anwendungen; der konkrete Umfang wird individuell anhand von Beschwerdebild und Verlauf festgelegt. Vor Behandlungsbeginn kann ein individueller Kostenvoranschlag erstellt werden.

Nach Herstellerangaben übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten der Axomera-Therapie nicht; gesetzlich Versicherte tragen die Kosten als Selbstzahler. Privat Versicherte und Beihilfeberechtigte können die Rechnung bei ihrem Kostenträger einreichen. Ob und in welcher Höhe eine Erstattung erfolgt, hängt von den individuellen Vertrags- und Tarifbedingungen ab und kann nicht zugesichert werden.

Mögliche Nebenwirkungen sind meist lokaler Natur und umfassen leichte Rötungen, Druckempfindlichkeiten oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen. Während der Impulsabgabe kann ein vorübergehendes Kribbeln wahrgenommen werden. Schwerwiegende Infektionen sind bei Einhaltung strenger Hygienestandards sehr selten. Bei ungewöhnlich starken Schmerzen oder anhaltenden Reizungen sollte jedoch umgehend eine ärztliche Kontrolluntersuchung durchgeführt werden.

Kritiker weisen darauf hin, dass es für das Verfahren an umfassenden, doppelblinden wissenschaftlichen Studien nach höchsten Evidenzstandards fehlt. Viele Berichte stützen sich auf kleinere Studien oder praktische Erfahrungen. Zudem warnen Mediziner vor überzogenen Heilsversprechen bei degenerativen Erkrankungen. Ein seriöser ärztlicher Behandlungsplan verdeutlicht daher stets sowohl mögliche Grenzen als auch alternative Behandlungsoptionen.

Bei Gelenkarthrose kann das Verfahren möglicherweise dazu beitragen, lokale Reizzustände und muskuläre Begleitbeschwerden rund um das betroffene Gelenk zu lindern. Ein Wiederaufbau von zerstörtem Gelenkknorpel ist durch bioelektrische Ströme jedoch nachweislich nicht möglich. Ob die Methode bei Arthrosebeschwerden im individuellen Fall als Ergänzung sinnvoll erscheint, erfordert eine sorgfältige radiologische und klinische Beurteilung.

Quellen

Herstellerangaben (Medizinproduktstatus, Funktionsweise, Anwendungsgebiete, Kontraindikationen, Nebenwirkungen, Ablauf, Kosten):

  1. Axomera GmbH: Moderne bioelektrische Therapie bei chronischen Schmerzen. Online unter: axomera.com/patienten (Abgerufen am 03.09.2026).
  2. Axomera GmbH: Axomera® | Bioelektrische Schmerztherapie. Online unter: axomera.com (Abgerufen am 03.09.2026).

 

Grundlagen- und mechanistische Forschung zu elektrischen Feldern (kein klinischer Wirksamkeitsnachweis der Axomera-Therapie):

  1. Molsberger, A.; McCaig, C. D.: Percutaneous direct current stimulation, a new electroceutical solution for severe neurological pain and soft tissue injuries. In: Medical Devices: Evidence and Research, 2018. Online unter: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29950908 (Abgerufen am 03.09.2026).
  2. Hoare, J. I.; Rajnicek, A. M.; McCaig, C. D.; Barker, R. N.; Wilson, H. M.: Electric fields are novel determinants of human macrophage functions. In: Journal of Leukocyte Biology, 2016. Online unter: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26718542 (Abgerufen am 03.09.2026).

 

Regulatorischer Rahmen:

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Ambulante Methodenbewertung. Online unter: g-ba.de/themen/methodenbewertung/ambulant (Abgerufen am 03.09.2026).
  2. Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR). Online unter: eur-lex.europa.eu (Abgerufen am 03.09.2026).
Vladimir Manolov im blauen OP-Kittel lächelt mit gefalteten Händen am Empfangstresen einer Arztpraxis; im Hintergrund ein Logo-Schild.

Autor: Vladimir Manolov

Vladimir Manolov ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Akupunktur mit mehr als 15 Jahren Berufserfahrung. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie in der hausärztlichen Versorgung. Mit modernen Diagnoseverfahren und sanften Therapieansätzen wie Stoßwellentherapie oder Akupunktur unterstützt er seine Patienten dabei, gesund, aktiv und mobil zu bleiben. Seine ganzheitliche Beratung basiert auf langjähriger klinischer Erfahrung und ständiger Weiterbildung in innovativen medizinischen Verfahren.